iPad mini mit OLED, aber ohne 120 Hz: Apple erklärt die Entscheidung
Apple hat das iPad mini grundlegend überarbeitet. Die neue Generation bietet ein 8,5 Zoll großes OLED-Display, ein dünneres Gehäuse und erstmals einen Schutz gegen Wasser und Staub nach IP67. Eine Funktion fehlt allerdings weiterhin: ProMotion mit Bildwiederholraten von bis zu 120 Hz. In zwei Interviews hat Dave Pakula, Apples Vice President of Hardware Engineering, nun einige technische Entscheidungen hinter dem neuen Tablet erläutert.
- Neues iPad mini mit 8,5 Zoll großem OLED-Display und 60 Hz
- Apple begründet den Verzicht auf ProMotion mit den schnellen OLED-Reaktionszeiten
- Acoustic Display nutzt den Bildschirm zur Schallerzeugung
- Erstes iPad mit IP67-Schutz gegen Wasser und Staub
- Auslieferung startet am 6. November 2026
Warum Apple trotz OLED bei 60 Hz bleibt
Das neue iPad mini nutzt erstmals ein OLED-Panel, bleibt bei der Bildwiederholrate aber auf 60 Hz beschränkt. Während Apple bei seinen Pro-Geräten mit ProMotion eine flüssigere Darstellung ermöglicht, müssen Käufer des kompakten Tablets darauf verzichten.
In einem Interview mit dem YouTuber Chris Lawley erklärte Pakula, dass sich die Qualität eines Displays nicht allein anhand einer technischen Kennzahl beurteilen lasse. Entscheidend sei das Zusammenspiel verschiedener Eigenschaften.
Insbesondere die Reaktionszeit der Pixel spiele eine wichtige Rolle. Laut Pakula reagieren die Pixel eines OLED-Displays mehr als zehnmal schneller als die eines herkömmlichen LCD-Panels. Dadurch würden Bewegungsunschärfen deutlich reduziert.
Zusammen mit dem höheren Kontrast, der verbesserten Helligkeit und der Farbdarstellung ergebe sich auch ohne ProMotion ein hochwertiges Display-Erlebnis.
ProMotion ist Apples Bezeichnung für eine Displaytechnik mit variabler Bildwiederholrate. Unterstützte Geräte können bis zu 120 Bilder pro Sekunde darstellen, wodurch Animationen und Bildläufe flüssiger wirken. Die Bildwiederholrate kann je nach Inhalt angepasst werden, um Energie zu sparen. Ein OLED-Display unterstützt nicht automatisch ProMotion – beide Technologien sind voneinander unabhängig.
Der Unterschied zwischen OLED und 120 Hz bleibt allerdings bestehen. Schnellere Pixelreaktionen reduzieren zwar Bewegungsunschärfen, erhöhen aber nicht die Anzahl der dargestellten Einzelbilder. Animationen, Bildläufe und Eingaben können auf einem Display mit 120 Hz deshalb weiterhin flüssiger wirken.
Acoustic Display: Wenn der Bildschirm zum Lautsprecher wird
Neben dem OLED-Panel gehört das neue Acoustic Display zu den ungewöhnlicheren technischen Neuerungen des iPad mini. Apple nutzt dabei den Bildschirm selbst zur Schallerzeugung.
Pakula erklärte im Interview, dass das Entwicklungsteam bei Experimenten eine besondere Eigenschaft des Displays entdeckt habe. Aufgrund seiner Größe und Bauform besitze es eine Resonanzfrequenz im hörbaren Bereich, die sich für die Wiedergabe tiefer und mittlerer Frequenzen nutzen lasse.
Apple entwickelte daraufhin spezielle Lautsprecher, die das Display in Schwingung versetzen. Auf diese Weise wird Schall direkt über die Konstruktion des Tablets abgegeben.
Für hohe Frequenzen reicht dieses Verfahren allerdings nicht aus. Deshalb kommen zusätzlich zwei speziell entwickelte Hochtöner zum Einsatz, die sich an den gegenüberliegenden Enden des Geräts befinden. Ihre Schallaustrittsöffnungen sind zwischen dem Displayglas und dem Aluminiumgehäuse verborgen.
Die Konstruktion soll trotz der kompakten Abmessungen für einen ausgewogenen Klang sorgen. Ob das neue System tatsächlich besser klingt als die bisherigen Lautsprecher, müssen unabhängige Tests zeigen.
Neues Lautsprechersystem ermöglicht IP67-Schutz
Die ungewöhnliche Audiotechnik hat noch einen weiteren Vorteil. Durch die Integration der Schallerzeugung in das Display und die versteckten Öffnungen lässt sich das Gehäuse besser gegen äußere Einflüsse abdichten.
Das neue iPad mini ist deshalb als erstes iPad nach IP67 gegen Wasser und Staub geschützt. Die Zertifizierung umfasst vollständigen Staubschutz und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen unter festgelegten Testbedingungen.
Auch bei den Abmessungen hat Apple nachgebessert. Das Gehäuse ist nur noch 5,4 mm dünn, während der Vorgänger auf 6,3 mm kam. Gleichzeitig sinkt das Gewicht von 297 auf 255 Gramm.
Das OLED-Display wächst von 8,3 auf 8,5 Zoll. Möglich wird das durch schmalere Displayränder. Die maximale Spitzenhelligkeit gibt Apple mit 1.200 Nits an.
Apple sieht das iPad mini weiterhin als eigenständiges Gerät
In einem weiteren Interview mit Katarina Mogus sprach Pakula über die Positionierung des iPad mini innerhalb des inzwischen umfangreichen Apple-Portfolios.
Auch angesichts des iPhone Duo sieht Apple weiterhin einen eigenständigen Einsatzzweck für das kompakte Tablet. Pakula verwies insbesondere auf das vollständige iPad-Erlebnis in einem besonders handlichen Format.
Dazu gehören der Zugriff auf die zahlreichen iPad-Apps, die Unterstützung des Apple Pencil Pro und die erweiterten Multitasking-Funktionen von iPadOS 27.
Mit dem A20 Pro erhält das iPad mini außerdem einen neuen Prozessor. Das Gerät kann seit dem 28. Oktober vorbestellt werden. Die Auslieferung beginnt am 6. November 2026.

Weniger überzeugend fällt Apples Erklärung zum Verzicht auf ProMotion aus. Die schnelleren Reaktionszeiten eines OLED-Panels sind zweifellos ein Vorteil, ersetzen aber keine höhere Bildwiederholrate. Gerade bei einem Tablet, das auch den Apple Pencil Pro unterstützt, wären 120 Hz eine nachvollziehbare Ergänzung gewesen. Hier bleibt eine deutliche Abgrenzung zu Apples Pro-Modellen bestehen.








